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Am 13. und 14. Juni 2022 fand die hybride Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts „Führungsethik als Ethik in den Wissenschaften“ in Tübingen statt.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Führungsethik in der Hochschullehre“ und bildete den Schlusspunkt des interdisziplinären Forschungsprojekts „Führungsethik als Ethik in den Wissenschaften“. Ziel des Projekts war es ein Lehr-Lern-Modul zum Thema „Führungsethik“ für MINT Studierende zu entwickeln und zu unterrichten, und somit eine Lücke in den Curricula vieler MINT Studiengänge zu schließen. Die Vermittlung von führungsethischen Kompetenzen bereits während der akademischen Ausbildung ist von zentraler Bedeutung, da viele Absolvent*innen der MINT Studiengänge in ihrem späteren Berufsleben Führungsaufgaben übernehmen. Mehr Informationen zum Projekt finden sie hier. Das Projekt wurde seit 2019 von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Die Projektpartner waren neben dem Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE), das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Eberhard Karls Universität Tübingen, die Arbeitsgruppe Chemiedidaktik der Universität Jena und das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) der Universität Mainz.

Am ersten Abend der Abschlussveranstaltung sprachen Dr. Stephan Konrad (Currenta GmbH & Co) und Dr. Thomas Sauer (Evonik Industries AG, VAA Führungskräfte Chemie) über ihre Führungserfahrungen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Dabei betonten beide, wie wichtig es für Führungskräfte sei, auf ethische Herausforderungen vorbereitet zu sein, und dass führungsethische Kompetenzen auch ein zentrales Auswahlkriterium für angehende Führungskräfte seien. Beide wünschten sich, dass Führungsethik weiter in den Vordergrund der universitären Ausbildung rückt. Das Forschungsprojekt konnte somit einen wertvollen Beitrag leisten, diesen Wunsch zu erfüllen.

Vor der Podiumsdiskussion mit Dr. Konrad und Dr. Sauer gab nach Grußworten von Anna Müller-Trimbusch, Carl-Zeiss-Stiftung, und Frau Prof. Dr. Monique Scheer, Prorektorin der Eberhard Karls Universität Tübingen, Dr. Daniela Bister, Leiterin Personalentwicklung der Universität Tübingen, Einblicke in die Entwicklung der Leitlinien guter Führung an der Universität, ehe Prof. Dr. Thomas Potthast zum dem Führungsprojekt überführte. Hieran anschließend stellte das Projektteam die Projektergebnisse vor. Es gab Einblicke in die Seminarentwicklung, die gesammelten Lehrerfahrungen und die Ergebnisse der Kompetenzerhebung.

Am zweiten Tag der Veranstaltung wurde in zwei Workshops zu den Themen "Ethische Kompetenzen und deren Messung" sowie "Inhalte und Methoden zukünftiger Ethiklehre" die Ethiklehre der Zukunft diskutiert. Welche ethischen Kompetenzen sollten in der akademischen Ausbildung gelehrt werden? Welchen Herausforderungen sieht sich die Messung von ethischen Kompetenzen gegenüber? Wie viel theoretischen Input braucht die Ethiklehre der Zukunft? Wie sehen zielgruppengerechte Lehr-Lern-Formate der Ethiklehre der Zukunft aus? Hier wurde deutlich, dass das Themenfeld "Führungsethik und Ethiklehre" noch viele spannende und unbeantwortete Führungsfragen aufwirft.

Auch wenn das Projekt mit der Abschlussveranstaltung beendet wurde, so endet hiermit nicht die Auseinandersetzung mit dem Thema "Führungsethik für MINT Studierende". Vielmehr zeigen die spannenden Erkenntnisse und offenen Fragen der Abschlussveranstaltung, dass wir erst am Anfang stehen, führungsethische Seminarangebote für den MINT Bereich zu entwickeln. So wird das Wittenberg Zentrum für Globale Ethik weiterhin Workshops zu diesem Themenbereich anbieten und seine führungsethische Forschung fortführen.