Über das Programm

Das Kolleg fördert Forschungsarbeiten im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Das Curriculum besteht aus Seminaren, Kolloquien und Praxisprojekten.

Das Programm richtet sich an Doktoranden, deren Forschung sich mit Fragen guter Unternehmensführung und verantwortungsvollen Wirtschaftens, insbesondere auf globalisierten Märkten, befassen. Ziel ist neben dem Erwerb der fachspezifischen Qualifikation die Einbettung der Forschungsvorhaben in einen größeren theoretischen und gesellschaftspolitischen Rahmen. Zu diesem Zweck ist das Kolleg an eine Dialogplattform angebunden, die die wissenschaftliche Expertise führender Wirtschaftsethiker, das Know-how international operierender Unternehmen und die Sichtweisen zivilgesellschaftlicher Akteure zusammenführt. Anliegen des Kollegs ist es, theoretisch begründete und zugleich praxistaugliche Beiträge für verantwortliche Unternehmensführung im globalen Wettbewerb zu erarbeiten und damit den Diskurs in Wissenschaft, Unternehmen und Öffentlichkeit mitzugestalten.

Themenschwerpunkte

In der zusammenwachsenden Weltgesellschaft wird Unternehmen und ihren Entscheidern zunehmend Verantwortung zugeschrieben. Eine gestaltende Rolle können diese aber nur einnehmen, wenn sie die entsprechenden Führungskompetenzen aufbauen, aus denen sich ein hinreichendes Vertrauen der Öffentlichkeit und ein stabiles Mandat zur Wertschöpfung entwickeln können. Gesellschaftliches Vertrauen und verantwortliche Unternehmensführung gründen auf drei Ebenen, für die die Wirtschaftsethik jeweils spezifische Analyse- und Erklärungsansätze bereitstellt:

Ordnungsethik

Welche Regeln und Regelarrangements fördern das Wirtschaften zum Wohl der Menschen?
Was sind die Bedingungen für die Herausbildung globaler transkultureller Ordnungen?

Unternehmensethik

Wie können kollektive Akteure Verantwortung übernehmen und organisieren? Welche Beiträge leisten Konzepte wie Shared Value und Stakeholdermanagement?

Individualethik

Wie lassen sich ethische Urteils-, Gestaltungs- und Argumentationskompetenz bei den Entscheidern entwickeln?
Welche Rolle spielen Charakterformation und moralische Imagination?

Vom Kolleg geförderte Promotionsvorhaben sollen unmittelbar oder mittelbar mindestens eine der genannten Ebenen adressieren, Praxisrelevanz aufweisen und den globalen Kontext angemessen berücksichtigen. Zur Förderung ihrer Forschungsaktivitäten und der Vermittlung inhaltlicher und methodischer Kenntnisse nehmen die Teilnehmer/innen des Kollegs an einem begleitenden Studienprogramm, bestehend aus Kursen, Kolloquien und Jour fixe-Terminen sowie an Praxisprojekten teil. Neben der Teilnahme an den Präsenzphasen in Wittenberg und Friedrichshafen wird die regelmäßige Mitwirkung am intellektuellen Austausch zwischen den Doktoranden, den Mitarbeitern von WZGE und LEIZ sowie den beteiligten Professoren erwartet.

Betreuung der Doktoranden

Die Zulassung zum Doktorandenkolleg ist nur möglich, wenn einer der folgenden Professoren, welche das Kolleg wissenschaftlich leiten, die Erstbetreuung der Arbeit übernimmt:

  • Prof. Dr. Ingo Pies, Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Prof. Dr. Philipp Schreck, Friede-Springer-Stiftungslehrstuhl „Unternehmensethik und Controlling“, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Prof. Dr. Andreas Suchanek, Dr. Werner Jackstädt Stiftungslehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik, HHL Leipzig Graduate School of Management
  • Prof. Dr. Josef Wieland, Lehrstuhl für Institutional Economics, Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ), Zeppelin Universität Friedrichhafen

Das Studium- und Praxisprogramm kann hier heruntergeladen werden.