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Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik gründet Stiftung: Ethische Kompetenz international fördern

Am 29. September hat die "Stiftung Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik" ihre Arbeit aufgenommen. Anliegen der gemeinnützigen Stiftung ist es, heutigen und künftigen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ethische Kompetenz zu vermitteln.

Sie tritt in den weltweiten Dialog mit Menschen und Organisationen, um verantwortungsvolles Handeln in der globalen Gesellschaft zu fördern. Die Stiftung startet mit einem Kapital von rund 1,2 Millionen Euro, dass von den Unternehmen BASF, Commerzbank, Deutsche Bank, EWE, K+S, Robert Bosch, RWE und VNG gestiftet wurde.

 In der immer komplexeren Weltgesellschaft steigt der Bedarf nach ethischer Orientierung: An welchen Maßstäben lässt sich verantwortungsvolles Handeln messen, wie lässt es sich organisieren? Wie können Austauschprozesse fair gestaltet werden? Welche Regeln und Werte sind hierfür notwendig? Diese Fragen standen auch im Mittelpunkt des Symposiums "Ethik im Zeitalter der Globalisierung", das den Auftakt des Stiftungstages markierte. Im Festakt am Abend würdigten Prof. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung das Engagement des Wittenberg-Zentrums.

Prof. Jürgen Strube, Aufsichtsratsvorsitzender der BASF SE und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, betonte in seiner Rede die Bedeutung der Ethik für die moderne Gesellschaft: "Das Fundament unseres ökonomischen, ökologischen und sozialen Wohlergehens wird nur gesichert bleiben, wenn wir unsere Handlungsfähigkeit auf allen diesen Gebieten beweisen. Dies erfordert ein Entscheidungsverständnis, das fachliche und soziale Kompetenzen umfasst." Mit ihrer Arbeit will die Stiftung maßgeblich dazu beitragen, Entscheidungsträger weltweit mit jenen erforderlichen ethischen Kompetenzen auszustatten.

Das gemeinnützige Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren mit Fragen der Ethik und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Zusammenarbeit. Grundlage hierfür ist die wissenschaftliche Theorie der ökonomischen Ethik, die auf Prof. Dr. Dr. Karl Homann, Vorsitzender des Stiftungsrats und Prof. Dr. Andreas Suchanek, Vorstandsmitglied der Stiftung und Stiftungslehrstuhlinhaber an der Handelshochschule Leipzig zurückgeht. In zahlreichen Konferenzen, Workshops und Seminaren wurden am Wittenberg-Zentrum bislang Menschen aus über 40 Staaten zusammengebracht.

Die Stiftung soll nun die Arbeit des Zentrums mit einem angemessenen Kapitalstock langfristig sichern. Beispiele für die Aktivitäten des Wittenberg-Zentrums sind:

  • der Wittenberg-Prozess der Chemie-Sozialpartner: Für den Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hat das Wittenberg-Zentrum seit Juli 2007 den Wittenberg-Prozess der Chemie-Sozialpartner mitentwickelt und moderiert. Nach fünf Workshops in der Lutherstadt haben beide Seiten im August 2008 einen gemeinsamen Ethik-Kodex unterzeichnet und die Gründung einer Sozialpartner-Akademie beschlossen.
  • das Programm Building Global Cooperation: Im Jahr 2006 hat das Wittenberg-Zentrum im Programm "Building Global Cooperation" eine Afrika-Konferenz zum Thema "Fostering Entrepreneurial Spirit" mit Teilnehmern aus über 30 Staaten durchgeführt. Seitdem finden in der Lutherstadt regelmäßig Workshops mit Botschaftern verschiedener afrikanischer Staaten, Nachwuchskräften und Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft zur Zukunft Afrikas statt.
  • die Nahost-Foren: Seit 2003 treffen sich Wirtschaftsdelegationen aus Israel und Jordanien zu Friedensgesprächen am Wittenberg-Zentrum. Dabei geht es um staatenübergreifende Kooperationen auf verschiedenen Gebieten wie z.B. Tourismus, Informationstechnologie oder Wasserversorgung. Im sechsten Nahost-Forum haben sich Isralis und Jordanier im Juli 2008 auf die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Förderung erneuerbarer Energien im Nahen Osten verständigt.