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Die Energiewende braucht innovative Kooperationen

Die Energiewende braucht nicht nur Innovationen in der Technologie, sondern auch in der Zusammenarbeit.

Dies ist eine zentrale Erkenntnis des Stakeholder-Dialogs, der am 12. März im Rahmen der "Akademie für Energie & Akzeptanz" stattgefunden hat. Die vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) mit Unterstützung des Lehrstuhls für Energiemanagement und Nachhaltigkeit der Universität Leipzig und mit Förderung der RWE Stiftung für Energie & Gesellschaft durchgeführte Akademie stand in diesem Jahr unter dem Thema "(De-)Zentrale Energieversorgung: Wie lassen sich gesellschaftliche Teilhabe und Versorgungssicherheit vereinbaren?"

20 Studierende und Promovierende unterschiedlicher Fachrichtungen von 16 Universitäten hatten sich in der Akademiewoche mit dieser grundlegenden Richtungsfrage der Energiewende beschäftigt: Nach einer Einführung in die energiewirtschaftlichen und wirtschaftsethischen Grundlagen setzten sie sich mit den Argumenten verschiedener Praxisvertreter - von Bundesregierung, der Bürgerenergiegenossenschaft Vindtved, der RWE AG, der 100 prozent erneuerbar stiftung sowie des Stadtwerkeverbunds 8KU - auseinander. Anschließend nahmen sie in einer Stakeholder-Simulation selbst die Rollen dieser Akteure ein.

Unter Moderation der renommierten Wirtschaftsjournalistin Dr. Ursula Weidenfeld gingen sie auf die Suche nach gemeinsamen Lösungsansätzen. Dabei wurde schnell deutlich, dass das Gelingen des "Gemeinschaftswerks Energiewende" Kompromisse erfordert, für die vertrauensbildende Dialoge eine unabdingbare Voraussetzung sind. In den Verhandlungen ergab sich für alle überraschend eine unerwartete Kooperationsperspektive zwischen großen Energieversorgern und Bürgerenergiegenossenschaft: Während Bürgerenergiegenossenschaften Akteursvielfalt und die für die Energiewende notwendige Akzeptanz vor Ort gewährleisten, verfügen große Versorger über Wissen und Ressourcen, die zum Erhalt der Versorgungssicherheit unabdingbar sind.

Eine Jury bewertete die Argumentationen der Studierenden hinsichtlich ihrer ethischen und fachlichen Qualität. Sie setzte sich zusammen aus Caroline König (Leiterin Referat Energie und nachhaltige Entwicklung Bundespresseamt), Dr. René Mono (Vorstandsmitglied Bündnis Bürgerenergie, Fellow Stiftung Neue Verantwortung), Dr. Stephan Muschick (Geschäftsführer RWE Stiftung für Energie & Gesellschaft) sowie Prof. Andreas Suchanek (Wissenschaftlicher Direktor des WZGE, Inhaber Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik HHL Leipzig Graduate School of Management).

Für ihr Engagement und ihre Kompetenz erhielten die Studierenden viel Lob von den Beobachtern der Simulation: "Wenn die reale Diskussion nur halb so sachlich und konsensorientiert verlaufen würde wie dieser simulierte Dialog, wäre uns allen geholfen", resümierte eine Zuschauerin.

Die RWE Stiftung sieht in der Akademie eine ausgezeichnete Plattform, um junge Menschen die Energiewende und die Komplexität der notwendigen Entscheidungen aktiv erleben zu lassen. "Die persönliche Auseinandersetzung mit den oft widersprüchlichen Perspektiven zu einzelnen Aspekten der Energiewende schult besser für die Zukunft als jedes Lehrbuch" so Dr. Stephan Muschick.

Das WZGE wird die Ergebnisse der "Akademie für Energie & Akzeptanz" auswerten und für die Gestaltung besserer Dialoge als Handlungsempfehlung mit Partnern aus dem Energiebereich fortentwickeln.