Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung auf unserer Website zu geben. Durch das weitere Nutzen der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Wittenberg-Prozess: Chemie-Sozialpartner diskutieren über die gesellschaftliche Akzeptanz der Industrie

Welche Rolle spielt die Industrie für das Wohl der Menschen? Wie ist es um die Akzeptanz der Industrie in Deutschland bestellt? Und welche unternehmerischen und politischen Maßnahmen sind notwendig, um gesellschaftliches Vertrauen in die Industrie zu stärken?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des achten Workshops im Wittenberg-Prozess der Chemie-Sozialpartner, der am 15. und 16. September in der Lutherstadt stattfand. Unter Moderation des Wittenberg-Zentrums diskutierten rund 50 Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) und des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC).

 Inhaltliche Impulse lieferten verschiedene Vertreter aus der Wissenschaft: Prof. Andreas Suchanek (Wittenberg-Zentrum und Handelshochschule Leipzig) ging auf die Zusammenhänge zwischen Vertrauen als moralischem Ideal einerseits und dem Problem seiner Rechtfertigung im Alltag andererseits ein. Anhand empirischer Daten legte Prof. André Schmidt (Universität Witten/Herdecke) dar, dass Dienstleistungs- und Industriegesellschaft sich nicht - wie oft angenommen - gegenseitig ausschließen, sondern vielmehr wechselseitig ergänzen. Prof. Johannes Weyer (Universität Dortmund) steuerte die Ergebnisse seiner Studie zur Akzeptanz der Industrie und ihrer Ursachen bei. Als Gastredner sprach am Abend Dr. Volker Hauff, Bundesminister a.D. und Mitglied der Ethik-Kommission "Sichere Energieversorgung" im Refektorium des Lutherhauses über die Erfolgsfaktoren gelingender Großprojekte. Die Ergebnisse des Workshops fließen in ein gemeinsames Positionspapier ein, das von den Chemie-Sozialpartnern in Kürze veröffentlicht wird.

Der Wittenberg-Prozess ist ein breit angelegtes Dialogforum der Chemie-Sozialpartner mit dem Ziel, verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft zu fördern. Als Zwischenergebnis haben die Arbeitgeberverband und Gewerkschaft im Jahr 2008 einen gemeinsamen Ethik-Kodex veröffentlicht. Mit der Sozialpartner-Vereinbarung "Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft" gibt es erstmals für eine gesamte Branche gemeinsam formulierte Grundsätze verantwortlichen Handelns. Seit 2009 beschäftigen sich die Chemie-Sozialpartner einmal jährlich in Wittenberg mit aktuellen gesellschaftlichen Problemstellungen und den damit einhergehenden Herausforderungen für die Chemiebranche.