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"Unternehmen oder Unterlassen?" - Entwicklungspolitischer Dialog am WZGE

"Unternehmen oder Unterlassen? Entwicklungspolitik zwischen Werten und Interessen" - unter diesem Motto diskutierten am 7. und 8. Mai 2012 in Wittenberg rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Entwicklungspolitik, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft über die Möglichkeiten und Bedingungen unternehmerischen Engagements in Entwicklungsländern.

Eingeladen hatten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau.

 Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit erfordert eine engere Verzahnung der staatlichen Entwicklungspolitik, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft zum gemeinsamen Nutzen der Menschen in den Partnerländern und der Entwicklungszusammenarbeit insgesamt. So  lautete ein zentrales Ergebnis der Tagung.

Prof. Arnis Vilks und Prof. Andreas Suchanek, Vorstände des Wittenberg-Zentrums, betonten die Bedeutung von Vertrauen und gegenseitiger Verlässlichkeit: "Gewinne müssen so ausgestaltet sein, dass Dritte nicht geschädigt werden und Vorteile für alle Beteiligten erwachsen können", hob Prof. Suchanek hervor.

Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im BMZ, sagte: "Nur derjenige verdient gut, der sich auch Respekt verdient". Beerfeltz machte weiter deutlich, dass eine gute Entwicklungszusammenarbeit dem Gebot der Vernunft und der Ethik unterliegen muss und dass Privatunternehmen in das Engagement der deutschen Entwicklungspolitik in Partnerländern stärker eingebunden werden müssen. Nachhaltige Entwicklung brauche Engagement und Investitionen der Privatwirtschaft.

Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes Deutschland e.V., betonte, dass Nichtregierungsorganisationen grundsätzlich für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zur Erreichung entwicklungspolitischer Ziele offen sind; zwingende Voraussetzung sei hierfür die Wahrung von Menschenrechten. Dies wurde auch von Prof. Christa Randzio-Plath, stellvertretende Vorsitzende des Verbands Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) unterstrichen.

Von Seiten der Wirtschaft hob Dr. Andreas Blüthner von der BASF SE hervor, dass nur durch eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Entwicklungszusammenarbeit effizient und nachhaltig gestaltet werden kann.

In Arbeitsgruppen  zu den Themenfeldern Korruption, Rohstoffe und Investitionsrahmenbedingungen wurde deutlich, dass Unternehmen für ihr entwicklungspolitisches Engagement zunächst eine Anreizstruktur in Form künftig zu erwartender Gewinne vorfinden müssen und dass Eigeninteresse und Werte keinen Gegensatz bilden. Effektive Entwicklungszusammenarbeit unter Einbindung von Unternehmen muss dabei einerseits auf guten Regeln, andererseits in bestimmtem Maße stets auch auf Vertrauen und gegenseitiger Verlässlichkeit beruhen, betonten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder.

Neben Vertretern aus dem BMZ, dem Auswärtigen Amt und mehreren Durchführungsorganisationen nahmen Repräsentanten von adidas, Celesio, Daimler, Otto, Siemens sowie verschiedenen kleinen und mittelständischen Unternehmen teil. Weitere Teilnehmer kamen aus Wirtschaftsverbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und politischen Stiftungen, so der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Veranstaltungsbericht - EZ zwischen Werten und Interessen