Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung auf unserer Website zu geben. Durch das weitere Nutzen der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Expertengespräch zum Handel mit Agrarrohstoffen am WZGE

Der Handel mit Agrarrohstoffen wird derzeit sowohl in der Fachwelt als auch in der öffentlichen Debatte kontrovers diskutiert: Kritiker warnen, dass sich die wachsende Zahl von Spekulationsgeschäften auf den Finanzmärkten nachteilig auf die Ernährungssicherung gerade in Entwicklungsländern auswirkt.

Demgegenüber sprechen Befürworter den Terminmärkten im Agrarsektor eine wichtige Bedeutung für die Absicherung der Ernten landwirtschaftlicher Produzenten und die Sicherstellung von Liquidität zu. Kritiker und Befürworter verbindet indes in ihren Argumentationen das gemeinsame Anliegen, Beiträge zur Bekämpfung des Hungers in der Welt leisten zu wollen.

 Vor diesem Hintergrund trafen sich am 7. und 8. Februar 2013 in Wittenberg über 30 Experten aus der Finanzbranche, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft, Politik und Verbänden zu einem Round Table unter dem Motto "Handel mit Agrarrohstoffen: Wo liegt die Verantwortung der Akteure?". Ziel der vom WZGE organisierten und moderierten Veranstaltung war es, die unterschiedlichen Argumente jenseits der öffentlichkeitswirksamen Zuspitzung zu hinterfragen, nach gemeinsamen Ansatzpunkten zu suchen und damit einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte zu leisten.

Dieser Prozess des Dialogs und wechselseitigen Lernens scheint mit Blick auf die weitere Gestaltung der Märkte dringend geboten, denn aus Sicht der Ethik besteht hier folgende Herausforderung: Zu viele Regeln können die positive, gesellschaftlich erwünschte Versicherungs- und Liquiditätsfunktion beschädigen; zu wenige Regeln können opportunistisches Verhalten der Marktakteure zum Schaden der Gesellschaft nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es deshalb, sich ein gemeinsames Bild von den äußeren Bedingungen zu erarbeiten und davon ausgehend nach Lösungsansätzen zu suchen. Ein Anknüpfungspunkt könnte beispielsweise in der Verbesserung der Datenlage liegen, um validere Aussagen über positive und negative Effekte des Handels mit Agrarrohstoffen zu ermöglichen.

Das WZGE strebt an, sich dem Thema im Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen weiter zu widmen.