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WZGE und GIZ initiieren Leitbildprozess für die Wirtschaft in Uganda

Vertreter führender ugandischer Unternehmen und Wirtschaftsverbände haben in einem Workshop am 6. und 7. November 2013 in Kampala unter Moderation des WZGE und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Leitsätze für einen "Code of Responsible Business in Uganda" entwickelt.

Gemeinsam wollen sie deutlich machen, dass die notwendigen Entwicklungsfortschritte nur mit verantwortungsvoller Führung in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu erreichen sind. Mit dem Kodex will die ugandische Wirtschaft unter der Leitmaxime "Make Ugandan businesses sustainable by bringing value to the Society" ihren Beitrag für die notwendigen Veränderungen im Land aufzeigen. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat Bundespräsident a.D. Prof. Horst Köhler, Mitglied im Kuratorium des WZGE und Unterstützer verschiedener Afrikainitiativen, übernommen.

Ugandas Wirtschaft ist in den zurückliegenden Jahren in kleinen Schritten stetig gewachsen. Nach wie vor behindern aber Korruption und Vetternwirtschaft maßgeblich die Entfaltung von Unternehmertum und Wettbewerb. Wie internationale Analysen zeigen, liegt das Problem in Uganda nicht in fehlenden Gesetzen und Verfahrenswegen, sondern vielmehr in deren Anerkennung und Anwendung. "Funktionierende Regeln setzen voraus, dass Menschen nicht nur die Inhalte, sondern auch den Sinn verantwortlichen Handelns nachvollziehen können. Genau dort setzt der Ethikkodex an", sagt Dr. Martin von Broock, Vorstandsmitglied im WZGE. Ausgangspunkte und die Grundstruktur für das Projekt in Uganda lieferte der Prozess "Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft", der vom WZGE in Deutschland bereits seit fünf Jahren moderiert wird. Gleichwohl kann das deutsche Leitbild nicht einfach übertragen werden: "Unsere Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit zeigen: Vermittlungsprozesse und grenzüberschreitende Kooperationen führen nur dann zu nachhaltigen Ergebnissen, wenn sie lokale Kulturen und Traditionen hinreichend berücksichtigen", sagt Dr. Christoph Zipfel, Leiter Business Development der GIZ in Uganda. Insofern gehe es in Entwicklungszusammenarbeit immer auch um wechselseitiges Lernen und Dialog.

Eine erste Brücke zwischen dem deutschen Leitbild und dem ugandischen Code wurde vor Ort bereits durch die K+S AG gebaut: Peter Bauza, Leiter der Afrika-Aktivitäten des Unternehmens, illustrierte an einem Trainingsprojekts für bis zu 50.000 ugandische Landwirte, wie unternehmensgestützte Entwicklungszusammenarbeit zu wechselseitigen Vorteilen führen kann. Weitere Praxisbeispiele für den Mehrwert guter Unternehmensführung steuerten Erfa Alani vom Aga Khan Development Network und Consolate Ademson von der Kampala Pharmaceutical Industries bei.

Im Ergebnis wurde folgender Prozess vereinbart: In den nächsten Wochen wollen die Teilnehmer eine Schlussfassung des Code of Responsible Business ausarbeiten, die von den Führungsspitzen der beteiligten Unternehmen und Organisationen unterzeichnet und öffentlich vorgestellt wird. Der Code soll dann als Ausgangspunkt sowohl für die innere Implementierung, etwa vor allem durch Trainingsmaßnahmen, als auch für den äußeren Dialog, insbesondere in Diskussionen mit Stakeholdern, dienen. Denn erklärtes Ziel der Initiative ist es, mit ihrem Bekenntnis einen breiteren Dialog über notwendige Veränderungen in der Gesellschaft anzustoßen. "We have to be the pacemaker." resümierte Keneth Barungi von der Madhvani Group in der Schlussrunde des Workshops. Das WZGE und die GIZ haben ihre Unterstützung für den Prozess zugesagt.