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Wissenschaftler und Manager diskutieren über Markt und Moral

Die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft unterstützte Reihe "Markt und Moral" fand am 28. und 29. November zum vierten Mal in Wittenberg statt.

Die Veranstaltung mit Teilnehmern aus der Wirtschaft und unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen erfuhr in diesem Jahr eine stärkere Erweiterung um Einblicke aus der Praxis. So beschrieben die Wirtschaftsvertreter konkrete Beispiele, an denen Konflikte zwischen unternehmerischen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Ansprüchen sichtbar wurden, etwa bei der Patentierung von Medikamenten oder bei der Entlassung von Mitarbeitern. Weit geteilt war das Anliegen, Markt und Moral nicht als Gegensatz zu verstehen, sondern mit Verweis auf eine langfristige Wertschöpfung aufzuzeigen, wie ethische Belange im unternehmerischen Interesse liegen können.

In diesem Zusammenhang befassten sich die Teilnehmer vor allem mit der Frage, wie Unternehmen auf Märkten mit defizitären Rahmenordnungen handeln können; etwa dort, wo Korruption nicht wirksam bekämpft wird oder gar Anerkennung findet. Als erster Vorschlag wurde diskutiert, dass Unternehmen eine Mitverantwortung zur Gestaltung funktionierender Ordnungen tragen und sozialschädliche Praktiken durch ihr Handeln nicht fördern dürfen. Diese Überlegungen wurden am zweiten Tag in Form von Arbeitsthesen gebündelt. Sie sollen den Ausgangspunkt bilden für eine im nächsten Jahr geplante Konferenz an der HHL Leipzig Graduate School of Management. Im Rahmen dieser Konferenz werden die Ergebnisse des fünfjährigen Dialogprozesses zu "Markt und Moral" zusammengeführt und im größeren Rahmen präsentiert und diskutiert.