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Deutsch-französische Diskussion über Unternehmensverantwortung und Sozialpartnerschaft am WZGE

In Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Institut (dfi) besuchten am 2. Juli 2014 neun Nachwuchsjournalisten aus Frankreich das WZGE in seinen Räumlichkeiten in Berlin.

Im Mittelpunkt stand die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Dabei ging es insbesondere auch um die Bedeutung der vergleichsweise hohen deutschen Verantwortungsstandards im Kontext der Wirtschafts- und Finanzkrise. Als besonderer Gast nahm auf Einladung des WZGE auch der Botschafter Frankreichs in Deutschland, Maurice Gourdault-Montagne, an der Diskussion teil.

Am Beispiel des Wittenberg-Prozesses der Chemiesozialpartner und des "Leitbilds für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft" verdeutlichte Dr. Martin von Broock, WZGE-Vorstandsvorsitzender, dass der stetige Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und eine lebendige Sozialpartnerschaft Faktoren sind, die das Vertrauen zwischen den verschiedenen Akteuren insbesondere auch in Krisenzeiten aufrecht erhalten und gemeinsame Lösungen ermöglichen. Aus der Perspektive eines europäischen Nachbarn betonte Exzellenz Gourdault-Montagne, dass gerade die Sozialpartnerschaft und die Rolle des Mittelstands Besonderheiten sind, die Deutschland stark von Frankreich unterscheiden. Dem gegenüber befänden sich in Frankreich Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften derzeit noch auf der Suche nach einem erfolgversprechenden Ansatz für den Sozialdialog. Hierbei schaue man intensiv auf Deutschland, das durch das jahrzehntelang gewachsene System der Mitbestimmung in den Unternehmen die Sozialpartnerschaft "krisenfest" gemacht hat. Nicht zuletzt würde der deutsche Diskurs weitaus stärker als der französische durch die Reflexion ethischer Fragestellungen geprägt, wofür zivilgesellschaftliche Akteure, Kirchen, Gewerkschaften, aber auch Dialogeinrichtungen wie das Wittenberg-Zentrum eine wichtige Rolle spielen, unterstrich der Botschafter. Das WZGE wird den grenzüberschreitenden Dialog mit Frankreich fortsetzen und weiter ausbauen. Auch im Rahmen des neuen am WZGE angesiedelten Doktorandenkollegs "Ethik und gute Unternehmensführung" soll die französische Perspektive künftig Beachtung finden.