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Diplomaten aus den Palästinensischen Gebieten diskutieren am WZGE

In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt hat das WZGE erneut ein Seminar für junge Diplomaten in Wittenberg ausgerichtet.

Am 4. September 2014 diskutierten acht Nachwuchskräfte des Außenministeriums der Palästinensischen Gebiete über die ethischen Herausforderungen ihres beruflichen Alltags. Der Besuch am WZGE war Bestandteil des dreiwöchigen Programms "Executive Seminar for Diplomats from the Palestinian Territories", das im Rahmen der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes stattfand.

In der Diskussion ging es um die Frage, ob und wie vertrauensbildende Schritte im Nahen Osten eingeleitet werden können. Dabei offenbarte sich das ethische Spannungsfeld, in dem sich die künftigen Repräsentanten des Staates sehen: Diplomatie als "Kunst und Praxis des Verhandelns" verlangt Konsensorientierung und Kompromissbereitschaft, um im zwischenstaatlichen Verhältnis Vertrauen aufbauen zu können. Von den eigenen Bürgern wird diese Haltung mitunter als Schwäche ausgelegt mit der Folge, dass sie ihren Repräsentanten das Vertrauen entziehen und deren Handlungsmöglichkeiten begrenzen. Daran wurde deutlich, dass die Lösung zwischenstaatlicher Konflikte grundsätzlich innerhalb der jeweils beteiligten Länder ansetzen muss: Diplomatie kann nur dort erfolgreich sein, wo beide Seiten darauf vertrauen, dass der Verhandlungspartner in der Lage ist, die getroffenen Vereinbarungen tatsächlich umzusetzen. Gemeinsam wurden Ansätze diskutiert, wie der Einzelne mit diesem Spannungsfeld umgehen kann. Wertvolle Erfahrungen aus der praktischen Arbeit in der Region steuerten, neben den jungen Diplomaten, Dr. Peter Schmidt, Programmdirektor und ehemaliger deutscher Botschafter in verschiedenen arabischen Staaten, sowie Prof. h.c. Josef Schleicher, ehemaliger Direktor Politik und Außenbeziehungen der Daimler AG, bei. An verschiedenen Beispielen zeigten sie auf, dass gemeinsame Werte und Interessen stets die Grundlage für Kooperationen und damit die Basis erfolgreicher Diplomatie sind.

Das Seminar setzt einen weiteren Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes: Nach einem ersten Treffen im Herbst 2012 mit Repräsentanten aus Lateinamerika und der Karibik sowie einem Alumni-Treffen 2013 mit Teilnehmern aus mehr als 20 Staaten kamen in diesem Jahr Vertreter aus dem Westbalkan und Afrika nach Wittenberg. Außerdem steuerte das WZGE Impulse zum 38. Internationalen Diplomatenlehrgang in Berlin bei. Mit dieser inzwischen sechsten Veranstaltung vertieft das WZGE seine langjährigen und vielfältigen internationalen Erfahrungen in der Entwicklung, Vermittlung und Diskussion globaler Ethik mit Gästen aus aller Welt.