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Führung neu denken: HHL und WZGE fördern Diskussion zu Markt und Moral

Am 19. und 20. November war das WZGE Kooperationspartner des Forums "Führung neu denken" an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

In diesem Jahr ging es um das spannungsreiche Verhältnis von Markt und Moral in der Gesellschaft: Einerseits ist wirtschaftlicher Wettbewerb Grundlage des Wohlstands für viele Menschen. Andererseits gibt es zahlreiche Missstände, die von vielen mit der Marktwirtschaft in Verbindung gebracht werden, von wachsender Ungleichheit und Ausbeutung bis hin zu verschiedenen Skandalen. Gemeinsam hatten HHL und WZGE deshalb Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht, um über die moralische Qualität der Marktwirtschaft und ihre Voraussetzungen, allen voran die Bedeutung verantwortlicher Führung, zu diskutieren.

Aus wissenschaftlicher Sicht legte zunächst Prof. Karl Homann, ehemaliger Inhaber des ersten Lehrstuhls für Wirtschafts- und Unternehmensethik und Spiritus Rector des WZGE, die ethischen Grundlagen von Wettbewerb und Gewinnstreben dar. Ihm folgte Stephen B. Young, Global Executive Director des global agierenden Caux Round Table, mit Überlegungen zu Moral Capitalism. In der ersten Panel-Diskussion ging es um das vom WZGE mitinitiierte Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft: Studenten der HHL befragten Dietmar Kokott, ehemals Vice President der BASF SE und Mitglied im WZGE-Kuratorium, und Richard Pott, ehemals Vorstandsmitglied der Bayer AG und Kuratoriumsvorsitzender des WZGE, zu konkreten Beispielen und künftigen Herausforderungen der Initiative. Im zweiten Podium nach der Mittagspause diskutierten Matthias Eiles vom DFB und Prof. Henning Zülch, Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling an der HHL die Frage: Was können Wirtschaft und Fußball beim Zusammenhang von Erfolg und Fairness voneinander lernen? In der dritten Diskussion erörterten Altbischof Prof. Wolfgang Huber, ehemals EKD-Ratsvorsitzender und Mitglied im WZGE-Kuratorium, und Dr. Ulrich Lehner, Aufsichtsratsvorsitzender der Thyssen Krupp AG, den Zusammenhang von guter Rahmenordnung und verantwortlicher Führung. Im vierten Panel befassten sich schließlich Prof. Ingo Pies, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der MLU Halle-Wittenberg, Prof. Bolko von Oetinger, ehemaliger Leiter Strategie der Boston Consulting Group und Mitglied im WZGE-Kuratorium, sowie Prof. Manfred Kirchgeorg, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing an der HHL, mit den am WZGE entwickelten Thesen zu Markt und Moral.

Bereits am Vortag hatten Prof. Gerhard Casper, ehemaliger Präsident der Stanford University, und Prof. Jürgen Strube, ehemals Aufsichtsratsvorsitzender der BASF SE sowie vormaliger Kuratoriumsvorsitzender des WZGE, die Ehrendoktorwürde der HHL erhalten. Als Leitmotiv für seine Dinner-Speech hatte Prof. Strube Brechts Dreigroschenoper gewählt, daran die Zusammenhänge zwischen Gemeinwohl und individueller Verantwortung herausgearbeitet und pointiert resümiert: "Ohne Moral kein Fressen."