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Konstruktive Nahost-Gespräche in Wittenberg

Im Sommer 2006 leiden die Menschen im Nahen Osten unter den kriegsähnlichen Zuständen, die große Schäden und unglaubliches Leid unter der Zivilbevölkerung beider Seiten mit sich bringen.

Angesichts der dramatischen Situation ist es außergewöhnlich, was im Juli 2006 in der Lutherstadt Wittenberg stattfand. Auf neutralem Boden suchten Israelis und Araber gemeinsam nach Lösungen und einer Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Völkern und Kulturen.

 Vom 16. bis 20. Juli 2006 trafen sich am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik bereits zum vierten Mal Delegationen aus Israel und Jordanien. Es waren keine Politiker, sondern Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die über gemeinsame Wirtschaftsbeziehungen den friedlichen Wandel im Nahen Osten vorantreiben wollen. Die Delegationen wurden geleitet vom Peres Center vor Peace aus Israel und dem Amman Center for Peace and Development aus Jordanien. Das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik als Gastgeber sowie die aktive Unterstützung der DaimlerChrysler AG machten diese außergewöhnliche Konferenz zu diesem Zeitpunkt möglich.

Das "4. Wittenberg Forum on Economic Co-Operation" stand in diesem Jahr unter dem Motto Informationstechnologie und Internet. In den Vorjahren wurde bereits über allgemeine Wirtschaftsbeziehungen (2003), Handel (2004) und Tourismus (2005) gesprochen. Die diesjährigen Wirtschaftsgespräche zeigten zahlreiche Möglichkeiten der Kooperationen auf, die Verständnis zwischen den Konfliktparteien mittels der neuen Medien ermöglichen können. In der gemeinsamen Deklaration zum Abschluss wurde die Bedeutung einer vertieften wirtschaftlichen Zusammenarbeit hervorgehoben, aber auch konkrete Projekte genannt, an deren Realisierung die Teilnehmer weiter arbeiten werden. Die Deklaration soll nun an die politischen Instanzen der jeweiligen Länder übermittelt werden.

Das Nahost-Forum war geprägt von einer einzigartigen Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und persönlichen Verbundenheit. Das Bewusstsein eines gemeinsamen Problems, die Suche nach Lösungsmöglichkeiten des Konflikts sowie der neutrale Ort Wittenberg waren die treibenden und inspirierenden Kräfte. Die Teilnehmer, deren Familien teilweise persönlich betroffen waren von den dramatischen Geschehnisse vor Ort, waren sich einig, dass diese und andere Initiativen von Wirtschaft und Zivilgesellschaft Hoffnung geben können auf eine friedliche Zukunft - auch wenn es noch ein weiter Weg sein mag. In diesem Bewusstsein sind die Teilnehmer mittlerweile in den Nahen Osten zurückgekehrt.