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Fünftes Nahost-Forum mit Israelis und Jordaniern zum Thema Wasser

Bereits zum fünften Mal fand am Wittenberg-Zentrum das Joint Economic Seminar mit Wirtschaftsdelegationen aus Israel und Jordanien statt. Das Forum wird in Zusammenarbeit mit dem Peres Center for Peace, dem Amman Center for Peace and Development und der DaimlerChrysler AG durchgeführt. In diesem Jahr ging es um die ländergrenzenübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Wasser.

 Israelische und Jordanische Unternehmer, Wissenschaftler und Vertreter von öffentlichen Organisationen und Verbänden, die im Wassersektor tätig sind, trafen sich vom 15. bis 19. Juli am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Sie diskutierten Fragen der Trinkwasserversorgung, Abwassernutzung und der Problematik des Grenzflusses Jordan bzw. des Toten Meeres, dessen Wasserspiegel stetig sinkt. Alle diese Fragen haben aufgrund der Trockenheit in der Region für beide Staaten existenzielle Bedeutung und verlangen grenzüberschreitende Lösungen.

Während des Forums stellten die Teilnehmer neuste technologische sowie wissenschaftliche Projekte vor, die eine bessere Nutzung knapper Ressourcen ermöglichen. Dadurch wurde der Austausch von Wissen und Erfahrungen vorangebracht, der im Nahen Osten oft nicht möglich ist. Zugleich wurden grenzübergreifende Projekte und Kooperationen verabredet und eine entsprechende Deklaration verabschiedet, die die Gründung einer gemeinsamen Task Force zur Wasserresssourcen-Management sowie Forschungsvorhaben vorsieht. Die Projekte können nun vor Ort konkretisiert und umgesetzt werden müssen.

General a.D. Mansour Abu Rashid, der Präsident und Gründer des Amman Center for Peace and Development aus Jordanien und Oren Blonder vom Peres Center for Peace dessen Gründer Friedensnobelpreisträger Shimon Peres am Tag der Eröffnung des Forums zum Staatspräsidenten von Israel gewählt wurde - waren hoch zufrieden mit den Gesprächen. Sie dankten DaimlerChrysler und dem Wittenberg-Zentrum für die außergewöhnliche Initiative und stellten die Bedeutung von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen für den Wandel im Nahen Osten heraus. Wir brauchen die Privatisierung des Friedensprozesses, um die offizielle politische Linie zu unterstützen oder aber voranzutreiben!formulierte es ein Teilnehmer.

Prof. h.c. Josef Schleicher von der DaimlerChrysler AG und Godel Rosenberg von DaimlerChrysler Israel betonten die besondere Bedeutung des neutralen Ortes Wittenberg für den Prozess, der seit nunmehr fünf Jahren läuft. So wurde im Jahr 2003 zum ersten Mal Wirtschaftsgespräche dieser Art zwischen Israel und Jordanien durchgeführt und allgemeine Wirtschaftsfragen behandelt. In den Folgejahren standen die Branchen Handel und Tourismus auf der Agenda. Im Jahr 2006 fand das Forum zum Thema IT/Internet statt - trotz der wenige Tage zuvor ausgebrochenen Libanon-Krise. Hier zeigte sich ein großes Bedürfnis nach Verständigung und ein Vertrauen aller Beteiligten in diesen Prozess.

Prof. Dr. Andreas Suchanek und Geschäftsführer Waldemar Hötte vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik sehen diese Gespräche über konkrete wirtschaftliche Zusammenarbeit im Nahen Osten als einen Erfolg versprechenden Weg für Frieden, Wohlstand und Entwicklung in der Region an, der die oftmals begrenzten Möglichkeiten der Politik flankieren kann. Das Zentrum will damit einen Beitrag leisten, das Potential der Wirtschaft und Unternehmen für die Lösung der großen Fragen und Probleme der Menschen zu heben. Der Nahost-Konflikt ist dabei eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Presseartikel Mitteldeutsche Zeitung, Freitag, 20.Juli 2007 Seite 11
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