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Chemie-Sozialpartner diskutieren in Wittenberg

"Soziale Marktwirtschaft braucht nachhaltigen unternehmerischen Erfolg." Auf diesen ersten Grundsatz verständigten sich Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) sowie verschiedener Chemie-Unternehmen in einem Workshop am 24. und 25. September in der Lutherstadt.

Die vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik in der Leucorea ausgerichtete Veranstaltung markierte den Auftakt des so genannten Wittenberg-Prozesses, der das Fundament der Sozialpartnerschaft erneuern und vertiefen soll.

 Hans Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des BAVC und gebürtiger Wittenberger, betonte in seiner Zusammenfassung die vielen Gemeinsamkeiten der Sozialpartner, die im Workshop herausgearbeitet worden seien. Er wertete dies als positives Signal für die kommenden Veranstaltungen. Zugleich hob er die "idealen Voraussetzungen" für solche konzentrierten Dialoge hervor, die die traditionsreiche Lutherstadt mit Wittenberg-Zentrum und Leucorea biete. Prof. Andreas Suchanek, Vorstand des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik, unterstrich die "Vordenkerrolle" der Chemiebranche: "Verantwortliches Handeln ist die Voraussetzung dafür, dass die soziale Marktwirtschaft auch künftig als wünschenswert erachtet wird. Mit dem Wittenberg-Prozess machen die Chemie-Sozialpartner deutlich, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen." Am Vorabend hatte  nach einem authentischen Luthermahl im Refektorium des Lutherhauses Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der IG BCE, als Gastredner wichtige Impulse beigesteuert.

Ausgangspunkt des Wittenberg-Prozesses ist die in weiten Teilen der Gesellschaft wachsende Skepsis gegenüber dem Modell der sozialen Marktwirtschaft. Im Zeitalter der Globalisierung stellt sich zunehmend die Frage,  wie die Soziale Marktwirtschaft und ihre Akteure zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen können. Es geht darum, welche Spielregeln hierfür erforderlich sind und wie unternehmerische Verantwortung unter den Bedingungen des Wettbewerbs erfolgreich wahrgenommen werden kann. Das Wittenberg-Zentrum beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diesen Fragestellungen auf der Grundlage einer fundierten wissenschaftlichen Theorie. Deshalb wurde das Institut von den Sozialpartnern als neutraler Impulsgeber und Moderator für den Prozess herangezogen.

Mit Unterstützung des Wittenberg-Zentrums haben die Sozialpartner unter dem Motto "Dimension Vernunft: Chance für Politik, Gesellschaft und Unternehmen" insge-samt fünf Themengebiete herausgearbeitet, auf die sich der "Wittenberg-Prozess" konzentrieren wird. In vier weiteren Workshops werden die Sozialpartner in den kommenden Monaten in der Lutherstadt die jeweiligen Chancen und Risiken diskutieren und versuchen, gemeinsame Positionen zu erarbeiten. Die Ergebnisse des Wittenberg-Prozesses wollen die Sozialpartner dann auf einer Abschlussveranstal-tung im Juni 2008 in Berlin vorstellen.