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Republik Madagaskar und WZGE unterzeichnen Kooperationsabkommen

Im Beisein von Staatspräsident Marc Ravalomanana haben das National Leadership Institute of Madagascar (NLIM) und das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) ein Kooperationsabkommen zur Führungskräfteentwicklung des Inselstaates unterzeichnet.

Die feierliche Zeremonie fand am 10. April 2008 im Rahmen einer Veranstaltung der GTZ zum 125. Jahr der deutsch-madagassischen Beziehungen in der Berliner Akademie der Wissenschaften statt. Das WZGE erweitert damit seinen Aktionsradius vor Ort in Afrika.

 Kernpunkt der Vereinbarung ist die Entwicklung eines Ausbildungsprogramms für Madagaskar, das den dortigen Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Grundlagen verantwortungsvollen und wertorientierten Handelns vermitteln soll. In Seminaren und Konferenzen will das NLIM Strategien und Methoden zur verantwortungsvollen Führung vermitteln. Dabei sollen die klassischen Vorstellungen von Dialog, Solidarität und Gerechtigkeit mit denen einer modernen Gesellschaft verbunden werden. Die Konzeption des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik mit der Verknüpfung von Ethik und Ökonomik, Moral und Eigeninteresse soll eine Grundlage für die inhaltliche Gestaltung der Veranstaltungen liefern.

Ausgangspunkt für die Initiative ist der von Präsident Ravalomanana verkündete "Madagascar Action Plan". Dieser strebt beschleunigte Reformen, schnelleres Wachstum sowie die Eindämmung der Armut an und orientiert sich an den Millenniumszielen der Vereinten Nationen. Ziel des auf fünf Jahre angelegten Plans (2007-2012) ist es, die Republik in allen Bereichen Gesundheit, Bildung, Staatswesen, Infrastruktur etc. zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu machen. So sollen langfristig Entwicklung sowie Wohlstand gefördert und Stabilität sowie Frieden gesichert werden.

Damit dies gelingen kann, bedarf es nach Aussagen des Staatspräsidenten eines Mentalitätswandels und der Entwicklung neuer Denk- und Handlungsmodelle, welche die angestrebten Prozesse im Land vorantreiben. Das National Leadership Institut soll diese vermitteln, so dass in- wie ausländische Investoren Vertrauen in die Personen und Institutionen des Landes aufbauen können. Das Bewusstsein für diese Fragen, für die individuelle Verantwortung der Führungseliten und für die strukturellen Zusammenhänge in der Welt mit Marktwirtschaft, Wettbewerb und Wirtschaftswachstum ist dabei entscheidend. So soll das NLIM mit Unterstützung des WZGE verdeutlichen, wie im Wettbewerb Verantwortung wahrgenommen, dadurch Vertrauen aufgebaut und so die Entwicklung der Republik Madagaskar vorangetrieben werden kann.

Das Wittenberg-Zentrum beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren mit der Frage, wie das Anliegen der Ethik ein gelingendes Zusammenleben der Menschen im Zeitalter der Globalisierung zur Geltung gebracht werden kann. Der Fokus liegt darauf, welchen Beitrag die Marktwirtschaft und verantwortliches unternehmerisches Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand in aller Welt leisten können und leisten sollen. 2001 wurde das Arbeitsprogramm "Building Global Cooperation" als gemeinsamer Dialog- und Lernprozess initiiert. Die Zusammenarbeit mit der Republik Madagaskar geht zurück auf Diplomaten-Foren am WZGE und das Afrika-Forum 2006, zu dem Nachwuchskräfte, Politiker, Manager und Wissenschaftler aus 25 Staaten in der Lutherstadt zusammengekommen waren. Gemeinsam hatten sie unter dem Motto "Fostering Entrepreneurial Spirit" diskutiert, wie Unternehmergeist, selbst bestimmtes und eigenverantwortliches Handeln in Afrika gefördert werden können, um eine stabile und nachhaltige Entwicklung zu fördern. In den letzten Monaten wurde von Botschafter Ralison der Wunsch nach einer vertieften Zusammenarbeit und eine Ausdehnung der WZGE-Aktivitäten nach Madagaskar herangetragen  Die Vertreter weiterer afrikanischer Staaten haben Interesse an diesem Programm signalisiert. Hierfür wird Unterstützung seitens Privatpersonen und Unternehmen gesucht