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Erster Wittenberger Dialog zu Markt und Moral

Warum sind Markt und Moral kein grundsätzlicher Gegensatz? Unter welchen Bedingungen fördern Märkte die Moral und umgekehrt? Und wie kann man sowohl Voraussetzungen als auch moralische Qualität funktionierender Marktwirtschaften sichtbar machen?

Der Schlüssel liegt in gesellschaftlichen (Selbst-)Aufklärungsprozessen, die allerdings nicht als Einbahnstraße - i.S. einseitiger Vermittlung - angelegt sein dürfen. Zum Abbau von Vorurteilen und daraus hervorgehenden "Denkblockaden" bedarf es wechselseitiger Lernprozesse zwischen wirtschaftlichen Akteuren, Politik und gesellschaftlichen Anspruchsgruppen. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer des ersten Wittenberger Dialogs zu Markt und Moral.

 Der Workshop vom 30.11. bis 1.12.2010 bildete den Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die sich bis 2014 einmal jährlich mit der Legitimation der Marktwirtschaft und der Begründung von Unternehmensentscheidungen beschäftigt. Ausgangspunkt ist die abnehmende Akzeptanz des marktwirtschaftlichen Systems, der Unternehmen und ihrer Entscheidungsträger. Offenbar fehlt in der Gesellschaft ein hinreichend gemeinsames Verständnis im Hinblick auf die moralischen Grundlagen unseres Wirtschaftssystems und seinen Funktionsbedingungen, wie der öffentliche Diskurs immer wieder deutlich macht: Während Kritiker der Marktwirtschaft vor allem moralische Argumente ins Feld führen, versuchen wirtschaftliche Akteure meist, ihr Handeln anhand von Sachzwängen zu rechtfertigen. In Ermangelung gemeinsamer Bezugspunkte entwickeln sich Frontstellungen, die den vermuteten Graben zwischen Markt und Moral immer tiefer werden lassen.

Am ersten Workshop in der Lutherstadt nahmen Wissenschaftler der Politik-, Erziehungs-, Kommunikations- und Volkswirtschaft sowie aus den Disziplinen Philosophie, christliche Soziallehre und Wirtschaftsethik teil. Im nächsten Schritt sollen die Potenziale von Bildungsinstitutionen einerseits sowie Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen andererseits für gesellschaftliche Lernprozesse analysiert werden. Dabei geht es insbesondere auch um die theoretischen Grundlagen gelingender gesellschaftlicher Aufklärung.