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Nachwuchskräfte aus Afrika diskutieren in Wittenberg über die Zukunft des schwarzen Kontinents.
25.04.2002
An diesem Wochenende startet das erste "Young Leaders" Seminar über neue Perspektiven für die Entwicklung Afrikas im Zeitalter der Globalisierung. Das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik hat hierzu afrikanische Nachwuchskräfte aus Politik, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Nichtregierungs- Organisationen eingeladen, die zusammen mit deutschen Studenten und Doktoranden die oft kritische Situation in ihren Heimatländern diskutieren. Vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen Herkunft, Ausbildung und Kultur werden die Teilnehmer die Probleme analysieren, gemeinsam nach Lösungen suchen und Wege der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsstrategien für den schwarzen Kontinent diskutieren.
Dabei stehen die Themen Menschenrechte, Korruption, ethnische Konflikte, Kriege und Flüchtlingsströme ebenso zur Diskussion wie Überlegungen zu zukunftsfähigen Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- und Gesellschaftsstrukturen. Außerdem geht es um die Frage, wie die westlichen Industrienationen die Entwicklung in afrikanischen Staaten besser als bisher unterstützen können. Im Zeitalter der Globalisierung ist dies von immer größerer Bedeutung, weil regionale Konflikte weltweite Auswirkungen haben, afrikanische Probleme auch nach Europa exportiert werden und somit alle Menschen ein Interesse an der Verbesserung der Lebensbedingungen in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt haben.
Ein prominenter Teilnehmer des "Young Leader" Programms ist Andrew Akonteh, Mitglied der Nationalversammlung der Republik Kamerun und Präsident des MDDT, (Movement for Democracy, Development and Transparency). Er wird über die Situation in Kamerun, über Korruption, Menschenrechte und die Arbeit des MDDT berichten. Hierzu findet am Samstag, den 27. April, ab 16.30 Uhr, ein öffentliches Forum (in englischer%2 Sprache) statt, zu dem interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.
"Young Leaders for Development" wird vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik entwickelt zur Unterstützung von reformerischen Prozessen in Ländern der sog. "Dritten Welt" und ist entwicklungspolitischer Teil des Programms "Building Global Cooperation". Dabei geht es neben einem vertiefen Verständnis für die jeweiligen Gesellschaftsformen mit ihren kulturellen Traditionen auch um die Wichtigkeit von ethischen Prinzipien und kooperativen Denkmustern, gerade auch im Übergang zur sog. modernen Gesellschaft. Angesichts der oft leidvollen Geschichte des Christlichen Abendlandes mit seinen Religionskriegen bietet die Lutherstadt einen einzigartigen Rahmen, um diese Fragen im partnerschaftlichen Dialog der Kulturen anzugehen. Wittenberg kann in besonderer Weise die Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens der Völker, Religionen und Konfessionen unter einer guten gemeinsamen Ordnung verdeutlichen, die in Europa zu unvorstellbarem Wohlstand, Frieden und Freiheit geführt hat. Für die Entwicklung und Integration Afrikas können hieraus wichtige Impulse entstehen.
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