Lutherstadt Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg war stets ein Ort der internationalen Begegnung und des Fortschritts. Im Jahre 1502 wurde die Wittenberger Universität "Leucorea" eröffnet, sie erwarb sich bald den Ruf einer der bedeutendsten Hochschulen Europas. 1508 kam Martin Luther nach Wittenberg; 1512 wurde er zum Professor der Theologie berufen und arbeitete hier bis zu seinem Tod 1546. Was als Protest gegen Fehlentwicklungen in der Kirche begann, entwickelte sich bald zur Reformationsbewegung, die den Lauf der Geschichte veränderte und das Zeitalter der Moderne begründete.

Neben Martin Luther trugen weitere bedeutende Persönlichkeiten zum Ansehen der Leucorea als führende Universität in Europa bei. Der Humanist Philipp Melanchthon systematisierte die protestantische Theologie und reformierte das Schul- und Universitätssystem in Deutschland.  Michael Agricola übersetzte die Bibel ins Finnische, William Tyndale ins Englische und Giordano Bruno veröffentlichte seine revolutionäre Philosophie. Auch in der Kunst war Wittenberg prägend, der Maler Lucas Cranach der Ältere schuf in seiner Werkstatt anerkannte Meisterwerke. Und Im Jahre 1734 studierte Anton Wilhelm Amo aus Ghana in der Lutherstadt als erster Afrikaner an einer Universität in Europa und wurde zum Doktor der Philosophie promviert.

Wittenberg, im 16 Jahrhundert Zentrum von Reformation, Humanismus und Bildung, steht heute für den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Nationen. Die "Kraft der Idee, die von Wittenberg ausging" war es, welche die Gründer des Wittenberg-Zentrums 1998 inspirierte. Sie wählten deshalb ganz bewusst die historische Wittenberger Universität Leucorea als Ausgangspunkt für ihre Vision einer globalen Ethik. Heute ist das Wittenberg-Zentrum ein Ort der Verständigung über die Prinzipien verantwortungsbewussten Handelns im Zeitalter der Globalisierung über nationale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Mit seiner Mischung aus Tradition und moderner Infrastruktur bietet die Lutherstadt ideale Voraussetzungen für konzentrierte und konstruktive Diskussionen abseits des Tagesgeschäfts.

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