6. Forum on Economic Co-Operation: Alternativ Energy in the Middle East., 13. - 17. Juli 2008

Der Nahe Osten gehört zu den Regionen mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Beste Bedingungen also für Fotovoltaik- und Solarthermie-Kraftwerke - dennoch liegt der Anteil erneuerbarer Energien in Jordanien und Israel noch immer im unteren einstelligen Bereich. Die Ursache: Anders als in Deutschland fehlen in beiden Staaten bislang Anreize, die Investoren eine langfristige Perspektive bieten. So steht das weltweit größte Solarkraftwerk derzeit in der Nähe von Leipzig. Vor Ort informierten sich die Teilnehmer des Forums beim Betreiber Juri über die Technologie; besichtigt wurde außerdem eine moderne Biogasanlage der enviaTHERM in Ostrau. Weitere Impulse für die Gespräche steuerten Referenten von der Daimler AG, der Techni-schen Universität Berlin, dem Wittenberg-Zentrum sowie Vertreter beider Delegationen bei.

In den Diskussionen wurde schnell deutlich, dass sich gerade im Bereich erneuerbarer Energien vielfältige Möglichkeiten für Kooperationen zum wechselseitigen Vorteil abzeichnen. So verfügt Israel beispielsweise über hochmoderne Technologien zur Gewinnung von Biokraftstoffen; allerdings steht nicht genügend Biomasse zur Verfügung. Jordanien hingegen verfügt über verwertbare Abfälle - bislang hat der Staat aber keinen Zugang zu geeigneten Technologien für deren Verwertung. Um genau solche bislang brach liegenden Potenziale künftig nutzen zu können, vereinbarten Wirtschaftsvertreter beider Staaten die Gründung eines gemeinsames jordanisch-israelisches Unternehmen. Das Joint-Venture soll Investoren Verlässlichkeit und Vertrauen vermitteln und die nötigen Zugänge verschaffen, um den Ausbau erneuerbarer Energien im Nahen Osten voranzutreiben.

Erste Verhandlungen zur Unternehmensgründung wurden bereits in der Lutherstadt begonnen; sie sollen in den kommenden Wochen und Monaten fortgesetzt werden. "Dieses Projekt zeigt, dass der seit nunmehr sechs Jahren laufende Prozess der Vertrauensbildung immer größere Früchte trägt", kommentierte Prof. Andreas Suchanek, Vorstand des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik, das Ergebnis. Das Nahost-Forum 2008 sei ein exzellentes Beispiel für die Philosophie des Zentrums: Investiere in die Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. Dass diese Investitionen bereits eine hohe Rendite gebracht haben, ist in den besonders konstruktiven und partnerschaftlichen Gesprächen deutlich geworden.

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