5. Forum on Economic Co-Operation: Water Technologies Cooperation, 15. - 19. Juli 2007

Dabei wurde schnell die Brisanz des Themas deutlich: Während vor 20 Jahren jährlich noch drei Milliarden Kubikmeter Frischwasser vom Jordan in das Tote Meer flossen, sind es heute nur noch 300 Millionen Kubikmeter. Dies entspricht einem Rückgang von 90 Prozent. Zurückzuführen ist die Verringerung vor allem auf den steigenden Wasserverbrauch durch die angrenzenden Staaten. In der Folge wird Trinkwasser immer knapper, deshalb sind neue Lösungen für eine effizientere Wassernutzung und -aufbereitung gefragt. Über dezentrale Versorgungsnetze und nachhaltiges Wassermanagement informierten sich Israelis und Jordanier bei einem Besuch im Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Impulse für mögliche Kooperationen lieferte außerdem die Leipziger Beratungsfirma Isucon, die bereits seit einigen Jahren Geschäfte zwischen deutschen und israelischen Unternehmen begleitet.

Unter Moderation des Wittenberg-Zentrums wurden dann in verschiedenen Arbeitsgruppen Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet. Im Ergebnis vereinbarten die Delegationen aus Israel und Jordanien grenzübergreifende Projekte und Kooperationen. So sieht die Abschluss-Deklaration die Gründung einer gemeinsamen Task Force zur Wasserressourcen-Management sowie verschiedene gemeinsame Forschungsvorhaben vor. Die Projekte sollen nun vor Ort weiter ausgearbeitet und umgesetzt werden.

General a. D. Mansour Abu Rashid, der Präsident und Gründer des Amman Center for Peace and Development aus Jordanien, und Oren Blonder vom Peres Center for Peace zeigten sich sehr zufrieden mit den Gesprächen. Sie dankten der Daimler AG und dem Wittenberg-Zentrum für die außergewöhnliche Initiative und stellten die Bedeutung von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen für den Wandel im Nahen Osten heraus. "Wir brauchen die Privatisierung des Friedensprozesses, um die offizielle politische Linie zu unterstützen und voranzutreiben", kommentierte ein Teilnehmer. Gerade weil die Industrie mit solchen Projekten keine politischen Interessen verbinde, werde den engagierten Unternehmen Vertrauen entgegengebracht Professor Josef Schleicher von der Daimler AG und Godel Rosenberg von Daimler Israel hoben vor diesem Hintergrund die Bedeutung des neutralen Ortes Wittenberg für die Verhandlungen im Dialogprozess hervor.

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