Diskussionspapier 1/2010: Der Zerfall der Sein-Sollen-Schranke als Herausforderung für die praktische Philosophie
26.02.2010
Michael G. Festl beschäftigt sich mit der metaethischen Frage nach dem Verhältnis von Sein und Sollen und ihrer Auswirkung auf die normative Ethik und die Bereichs-ethiken, insbesondere die Wirtschaftsethik. Anhand der Ausführungen von Hilary Putnam und John Dewey arbeitet Festl zunächst heraus, dass die Sein-Sollen-Schranke (SSS) keine notwendige Bedingung des Denkens darstellt. Im zweiten Abschnitt befasst er sich mit der Frage, durch welche begrifflichen Veränderungen die SSS vollends überwinden werden kann. In Abgrenzung zu Habermas argumen-tiert Festl, dass hierzu ein neues Verständnis über Normen nötig ist. Dieses neue Verständnis legt eine stärker empirisch arbeitende normative Ethik nahe. Am Beispiel der Wirtschaftsethik Karl Homanns stellt er schließlich die Vorzüge einer Bereichsethik heraus, welche die SSS durch dieses neue Verständnis von Normen überwunden hat.
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