WZGE unterstützt Antrittsvorlesung zur Stiftungsprofessur für Energiemanagement und Nachhaltigkeit
17.02.2010
"Energiemanagement und Nachhaltigkeit: dezentral, kommunal, national, global" lautete der Titel der offiziellen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Thomas Bruckner, der seit September 2008 Inhaber der Vattenfall Stiftungsprofessur für Energiemanagement und Nachhaltigkeit ist. In seinem Vortrag zeigte er die Notwendigkeit der integrativen und gleichberechtigten Analyse ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte für eine nachhaltige Energieversorgung auf. "Zu den künftigen Aufgaben meines Lehrstuhls zählen vor allem Untersuchungen zur Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte, Studien zur optimalen Nutzbarmachung erneuerbarer Energien und die Erstellung kommunaler Klimaschutzkonzepte", erläuterte Bruckner.
Der Vorlesung vorausgegangen waren Festreden des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich sowie des Vorstandsvorsitzenden der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka. Für das Wittenberg-Zentrum, das den Stiftungslehrstuhl mit initiiert hat, hob Prof. Andreas Suchanek die Potenziale der Kooperation zwischen Lehrstuhl und Zentrum hervor: "Angesichts der existenziellen Bedeutung von Energie ist gerade der energiewirtschaftliche Diskurs von Moralvorstellungen und Erwartungen geprägt, die allerdings nicht immer mit den Bedingungen der Praxis in Einklang zu bringen sind. Alltagstaugliche Ethik spielt also gerade in der Energiewirtschaft eine wichtige Rolle." Es gehe vor allem um die Frage, wie Verantwortung und Verlässlichkeit trotz komplexer Prozesse sichtbar gemacht werden können, und wie auf dieser Basis Vertrauen auf- und ausgebaut werden kann. Gerade beim dringend erforderlichen Ausbau der Produktionskapazitäten seien die Energiekonzerne auf gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen: "Wer heute ein Kraftwerk errichtet, braucht einen etwa 40jährigen Vertrauensvorschuss. Dies mag verdeutlichen, dass technische, betriebswirtschaftliche und ethische Perspektive untrennbar miteinander verbunden sind", sagte Suchanek.
Gemeinsam mit dem Lehrstuhl hat das Wittenberg-Zentrum das Konzept für einen Energiedialog entwickelt, in dem es um Bedeutung und Bedingungen des gesellschaftlichen Vertrauens für die Branche geht. Beide Partner ergänzen sich dabei mit ihren Kompetenzen - energiewirtschaftlicher und wirtschaftsethischer Expertise - wechselseitg. Die Gespräche mit den Energiekonzernen laufen bereits.
Homepage der Vattenfall Europe Stiftungsprofessur für Energiemanagement und Nachhaltigkeit
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