Martin von Broock: Spielzüge - Spielregeln - Spielverständnis

Gehaltvolle Freiheit entsteht, indem sich Menschen gemeinsam Regeln unterwerfen. Im Hinblick auf die soziale Ordnung wird daher paradigmatisch zwischen individuellen Spielzügen und kollektiven Spielregeln unterschieden. Martin von Broock befasst sich in seiner Arbeit mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen Regeln zustande kommen und stabil bleiben. Dazu integriert er spieltheoretische, wirtschaftshistorische und moralphilosophische Ansätze. Ausgehend von den Theorien Thomas Schellings, David Humes, Douglass North' und John Rawls' entwickelt er die These, dass das Zwei-Ebenen-Paradigma einer Erweiterung bedarf: Funktionierenden Spielregeln liegt ein gemeinsames Spielverständnis zugrunde. Gemeint sind geteilte allgemeine Orientierungspunkte, die im Lichte unsicherer Handlungsbedingungen der kollektiven Bindung an Regeln systematisch vorgelagert sein müssen. Denn ohne einen hinreichenden Konsens über normative Ideale und ihre Umsetzungsbedingungen ließe sich eine wechselseitige Bindungsbereitschaft der Menschen nicht rekonstruieren; Regeln können sich weder selbst erzeugen noch selbst erhalten. Unter diesen Prämissen geht von Broock der Frage nach, wie ein gemeinsames Spielverständnis als Grundlage sozialer Ordnung bewahrt werden kann. Unter Berücksichtigung der Handlungsmöglichkeiten und -grenzen gesellschaftlicher Akteure entwickelt er Prinzipien für zielführende Beiträge. Anhand von lebensweltlichen Beispielen - vom Fußball über die CSR-Debatte bis hin zu konkreten Initiativen der Chemiebranche - illustriert er seine Überlegungen.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit