39. Internationaler Diplomatenlehrgang des Auswärtigen Amtes zu Gast am WZGE

In der Diskussion wurde deutlich, dass zwischen den Staatenvertretern ungeachtet kultureller Unterschiede ein weitgehender Konsens über grundlegende ethische Ideale, etwa im Hinblick auf Vorstellungen von Solidarität und Respekt, besteht.

In zwei Arbeitsgruppen diskutierten die Diplomaten dann unter Moderation des WZGE, inwieweit jene geteilten Prinzipien im konkreten Alltag, etwa in Schritte der Vertrauensbildung und damit der Konfliktprävention übersetzt werden können. In diesem Zusammenhang verwies Patrick Heinz, Leiter der Internationalen Diplomatenausbildung der Akademie Auswärtiger Dienst des Auswärtigen Amts, auf die sich verändernden Anforderungen für Diplomaten: So gewinnen kommunikative und moderierende Kompetenzen zunehmend an Bedeutung; Diplomaten müssten heute als Brückenbauer und Botschafter wichtige Vermittlungsfunktionen zwischen Menschen, Institutionen und Nationen übernehmen.

Mit dem Seminar hat das WZGE die im Jahr 2013 eingeleitete Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt fortgesetzt: Die Veranstaltung war bereits der siebte Impuls, den das WZGE zur Diplomatenausbildung beigesteuert hat. Dem Zentrum selbst liefert der Austausch mit den Staatenrepräsentanten viele wertvolle Impulse für die Arbeit an den Prinzipien globaler Ethik und deren Umsetzung.

Der Internationale Diplomatenlehrgang wurde 1992 als Fortbildungsprogramm für junge Diplomatinnen und Diplomaten aus Mittel und Osteuropa vom ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher initiiert. Inzwischen nehmen junge deutschsprachige Diplomatinnen und Diplomaten aus allen Weltregionen an diesen besonders anspruchsvollen achtwöchigen Programmen in deutscher Sprache teil. Bislang haben bereits über 700 Teilnehmer aus fast 40 Ländern an den Lehrgängen teilgenommen, von denen viele heute in herausgehobenen Positionen tätig sind.

Das Programm bietet ein breites Spektrum an Seminaren, Informationsbesuchen sowie Studienreisen. Schwerpunkte sind internationale Wirtschaftspolitik, Friedenssicherung, Konfliktprävention und Menschenrechte. Das Programm enthält auch praxisnahe Elemente wie Verhandlungstraining, Rhetorik und Medientraining.