Symposium zum 25-jährigen Dienstjubiläum von Oberbürgermeister Eckhard Naumann

Anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums als Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg wurde Eckhard Naumann mit einem Symposium zum Thema "25 Jahre deutsche Einheit - wie weiter mit der Demokratie?" geehrt.

Die öffentliche Veranstaltung, die am 12. Mai im Stadthaus Wittenberg stattfand, wurde gemeinsam von der Lutherstadt Wittenberg, der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, der Stiftung Leucorea, dem Campus Wittenberg sowie dem Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) gestaltet.

Auf den Eingangsimpuls von Prof. Everhard Holtmann (Forschungsdirektor am Zentrum für Sozialforschung Halle) und die Vorstellung einer Studie zur Entwicklung der politischen Kultur in Deutschland seit der Wiedervereinigung folgte eine Diskussion mit Dr. Friedrich Schorlemmer (Theologe und Publizist), Anja Aichinger (Pädagogin und Landesbeauftragte für Europabildung) sowie Prof. Jürgen Strube (ehem. Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender der BASF SE sowie vormaliger Kuratoriumsvorsitzender des WZGE). Moderiert wurde die Runde von Dr. Marianne Schröter (Geschäftsführerin der Stiftung Leucorea) und Friedrich Kramer (Direktor der Evangelischen Akademie).

In der Diskussion wurde die Entwicklung und Bedeutung demokratischer Ordnung in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gewürdigt. Gleichzeitig wurden die damit verbundenen Herausforderungen thematisiert, die vor allem auch durch die rasanten Entwicklungen der modernen Welt befördert werden und oft in den persönlichen Lebensverhältnissen zu spüren sind. Prof. Jürgen Stube sprach sich vor diesem Hintergrund dafür aus, Demokratie wieder mehr als Lebens- denn bloße Staatsform zu begreifen. Dazu gehöre, neben dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die Stärkung des Vertrauens in demokratisch legitimierte Strukturen und Prozesse. Zwei Ehrenbürger der Lutherstadt, Ministerpräsident a.D. Wolfgang Böhmer und der in Wittenberg geborene Richard Wiener, der als jüdischer Deutscher Anfang 1939 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach England entkam und heute in den USA lebt, steuerten im Anschluss ihre persönlichen Gedanken in Sachen Demokratie bei.

In seinem Schlusswort griff Eckhard Naumann die vorangegangenen Überlegungen auf und unterstrich die Notwendigkeit des Zusammendenkens von Freiheit und Verantwortung jedes Einzelnen. Dabei reflektierte er den nicht immer einfachen, jedoch stets lohnenswerten Einsatz für die Demokratie während seiner Amtszeit - an deren Ende 25 Jahre Deutsche Einheit und 25 Jahre Stadtentwicklung zusammenfallen.

Eckhard Naumann gehört, neben Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher und UN-Botschafter a. D. Andrew Young, zu den Gründungsvätern des WZGE und trug maßgeblich dazu bei, dass dieses 1998 in der Lutherstadt angesiedelt wurde. Seit 2006 steht er dem Zentrum als Vereinspräsident vor.