Nahost-Dialog

Zwischen 2003 und 2008 haben sich jährlich Delegationen aus Israel und Jordanien zu Wirtschaftsgesprächen am Wittenberg-Zentrum getroffen.

Idee des Forums war es, den Friedenprozess im Nahen Osten durch Kooperationen zwischen Unternehmen und privatwirtschaftliches Engagement zu unterstützen und die bisweilen begrenzten Möglichkeiten der Politik zu ergänzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die länderübergreifende Zusammenarbeit gefördert werden kann. Behandelt wurden die Themen allgemeine Wirtschaftsbeziehungen, Tourismus, Handel, Informationstechnologie, Wasserversorgung und erneuerbare Energien.

Das vom israelischen Friedensnobelpreisträger und Staatspräsidenten Shimon Peres gegründete Peres Center for Peace organisiert zusammen mit dem jordanischen Amman Center for Peace and Development unter General a.D. Mansur Abu Rashid die Aktivitäten. Bis 2008 wurden die Foren maßgeblich von der Daimler AG finanziert und inhaltlich unterstützt. Das Wittenberg-Zentrum moderiert als neutraler Mittler die Gespräche. Auf der Grundlage des wirtschaftsethischen Ansatzes wird die Suche nach Möglichkeiten und Voraussetzungen der Zusammenarbeit zum wechselseitigen Vorteil systematisch angeleitet.

Während die ersten Treffen noch ganz im Zeichen der allgemeinen Vertrauensbildung standen, sind nach und nach "handfeste" Projekte erwachsen. 2008 wurde schließlich die Gründung eines israelisch-jordanischen Joint-Ventures zur Förderung erneuerbarer Energien in der Region beschlossen. Das im Dialog aufgebaute "Vertrauenskapital" hat ausgereicht, um die zwischenzeitliche Eskalation in der Region auszuhalten.