Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft

Gemeinsam mit führenden Unternehmen und Organisationen hat das WZGE im Jahr 2008 die Initiative „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“ angestoßen.

Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das allgemeine Vertrauen der Menschen in „die“ Wirtschaft, d.h. in marktwirtschaftlichen Wettbewerb, Unternehmen und ihre Entscheider, wieder zu stärken.

Verlässliche Untersuchungen zeigen, dass dieses Vertrauen in den zurückliegenden Jahren beständig abgenommen hat – mit negativen Folgen für Gesellschaft und Unternehmen: Einerseits ist die Gesellschaft bei der Lösung der anstehenden großen Herausforderungen – von der globalen Armutsbekämpfung bis zur nationalen Energiewende – auf erfolgreiche, innovationsstarke Unternehmen angewiesen. Andererseits können Unternehmen nur dann innovationsstark und erfolgreich sein, wenn die Gesellschaft ihnen die erforderlichen Handlungsspielräume  einräumt. Um das dafür notwendige Vertrauen zu erhalten, muss die Wirtschaft deutlich machen, wie – d.h. mit welcher Haltung – sie die ihr durch Recht und Gesetz gewährten Freiheiten wahrnimmt.

Mit dem Leitbild legen die Führungsspitzen aus mehr als 50 Unternehmen und Organisationen erstmals ein gemeinsames, branchen- und größenübergreifendes Verantwortungsverständnis vor, das auf eigene Initiative aus der Mitte der Wirtschaft heraus entwickelt wurde. Eine weitere Besonderheit des Leitbilds liegt darin, dass sich die Unterzeichner nicht nur zu ethischen Idealen bekennen, sondern auch Position zu wiederkehrenden Konfliktthemen wie Unternehmensgewinne, Stellenabbau oder Managergehälter zur Sprache beziehen.

Das WZGE unterstützt die Leitbild-Initiative auf drei Ebenen:

  • Nach innen bietet das WZGE den Unternehmen eine Austausch- und Lernplattform für die branchenübergreifende, wissenschaftlich gestützte Diskussion aktueller Konfliktthemen. Daraus gehen immer wieder neue Impulse hervor. So hat das WZGE zusammen mit fünf Banken das Grundsatzpapier „Ethische Fundierung von Management-Vergütungssystemen im Kreditsektor“ entwickelt. 
  • Nach außen initiiert das WZGE Dialogprozesse. Ziel der zahlreichen Gespräche, z.B. mit der EU-Kommission, im Europäischen Parlament, den Bundestagsfraktionen der großen Parteien, dem Bundespräsidialamt, Verbänden, Gewerkschaften, Kirchen sowie NGOs ist es, ein gemeinsames Verständnis im Hinblick auf Inhalte und Grenzen verantwortlichen Wirtschaftens zu fördern. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit hat das Zentrum bereits Konferenzen mit mehreren hundert Teilnehmern durchgeführt.
  • Des Weiteren begleitet das WZGE die Initiative mit wissenschaftlichen Projekten, die von kooperierenden Lehrstühlen und dem am WZGE angesiedelten internationalen Doktorandenkolleg „Ethik und gute Unternehmensführung“ durchgeführt werden.