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Fünftes Nahost-Forum mit Israelis und Jordaniern zum Thema Wasser   25.07.2007  
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Bereits zum fünften Mal fand am Wittenberg-Zentrum das Joint Economic Seminar mit Wirtschaftsdelegationen aus Is-rael und Jordanien statt. Das Forum wird in Zusammenarbeit mit dem Peres Center for Peace, dem Amman Center for Pea-ce and Development und der DaimlerChrysler AG durchge-führt. In diesem Jahr ging es um die ländergrenzenübergrei-fende Zusammenarbeit im Bereich Wasser.

Israelische und Jordanische Unternehmer, Wissenschaftler und Vertreter von öffentlichen Organisationen und Verbänden, die im Wassersektor tätig sind, trafen sich vom 15. bis 19. Juli am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Sie diskutierten Fragen der Trinkwasserversorgung, Abwassernutzung und der Problematik des Grenzflusses Jordan bzw. des Toten Meeres, dessen Was-serspiegel stetig sinkt. Alle diese Fragen haben aufgrund der Trockenheit in der Region für beide Staaten existenzielle Bedeutung und verlangen grenz-überschreitende Lösungen.

Während des Forums stellten die Teilnehmer neuste technologische sowie wissenschaftliche Projekte vor, die eine bessere Nutzung knapper Ressour-cen ermöglichen. Dadurch wurde der Austausch von Wissen und Erfahrun-gen vorangebracht, der im Nahen Osten oft nicht möglich ist. Zugleich wur-den grenzübergreifende Projekte und Kooperationen verabredet und eine entsprechende Deklaration verabschiedet, die die Gründung einer gemein-samen Task Force zur Wasserresssourcen-Management sowie Forschungs-vorhaben vorsieht. Die Projekte können nun vor Ort konkretisiert und umge-setzt werden müssen.

General a.D. Mansour Abu Rashid, der Präsident und Gründer des Amman Center for Peace and Development aus Jordanien und Oren Blonder vom Peres Center for Peace – dessen Gründer Friedensnobelpreisträger Shimon Peres am Tag der Eröffnung des Forums zum Staatspräsidenten von Israel gewählt wurde - waren hoch zufrieden mit den Gesprächen. Sie dankten DaimlerChrysler und dem Wittenberg-Zentrum für die außergewöhnliche Initi-ative und stellten die Bedeutung von Unternehmen und Nichtregierungsorga-nisationen für den Wandel im Nahen Osten heraus. „Wir brauchen die Privati-sierung des Friedensprozesses, um die offizielle politische Linie zu unterstüt-zen oder aber voranzutreiben!“ formulierte es ein Teilnehmer.

Prof. h.c. Josef Schleicher von der DaimlerChrysler AG und Godel Rosenberg von DaimlerChrysler Israel betonten die besondere Bedeutung des neutralen Ortes Wittenberg für den Prozess, der seit nunmehr fünf Jahren läuft. So wur-de im Jahr 2003 zum ersten Mal Wirtschaftsgespräche dieser Art zwischen Israel und Jordanien durchgeführt und allgemeine Wirtschaftsfragen behan-delt. In den Folgejahren standen die Branchen Handel und Tourismus auf der Agenda. Im Jahr 2006 fand das Forum zum Thema IT/Internet statt - trotz der wenige Tage zuvor ausgebrochenen Libanon-Krise. Hier zeigte sich ein gro-ßes Bedürfnis nach Verständigung und ein Vertrauen aller Beteiligten in die-sen Prozess.

Prof. Dr. Andreas Suchanek und Geschäftsführer Waldemar Hötte vom Wit-tenberg-Zentrum für Globale Ethik sehen diese Gespräche über konkrete wirtschaftliche Zusammenarbeit im Nahen Osten als einen Erfolg verspre-chenden Weg für Frieden, Wohlstand und Entwicklung in der Region an, der die oftmals begrenzten Möglichkeiten der Politik flankieren kann. Das Zent-rum will damit einen Beitrag leisten, das Potential der Wirtschaft und Unter-nehmen für die Lösung der großen Fragen und Probleme der Menschen zu heben. Der Nahost-Konflikt ist dabei eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Presseartikel Mitteldeutsche Zeitung, Freitag, 20.Juli 2007 Seite 11
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