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Afrika Forum im Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik e.V.   04.12.2006  
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Entwicklungspolitik im Blickwinkel einer weltweiten Ethik

Förderung von Unternehmertum als Entwicklungs-instrument.

Wittenberg. Heute wurde von Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, im Wittenberg Center für Globale Ethik e.V. (WCGE) die Afrika-Konferenz „Entwicklung durch gemeinsame Förderung von Unternehmertum“ eröffnet. Ebenso sprachen Andrew Young, amerikanischer Botschafter und Gründungsmitglied der WCGE, und Prof. Schleicher, DaimlerChrysler AG, die die Veranstaltung als Hauptförderer begleitet, die wesentliche Rolle einer Förderung des Unternehmertums zur Entwicklung in den jeweiligen Regionen Afrikas an. Die Konferenz wird bis Mittwoch, den 6. Dezember, in Wittenberg tagen.

„Ziel wird es sein“, so Prof. Andreas Suchanek, Vorstandsmitglied im WCGE, „das Entwicklungspotential einer Förderung von unternehmerischem Geist in den afrikanischen Ländern auszuloten und weitere Perspektiven aufzuzeigen.“ Das Programm der Tagung ist umfassend und facettenreich. Die Basis bildet der Vortrag von Prof. Karl Homann, Lehrstuhlinhaber für Philosophie und Wirtschaft der Universität München. In einem Überblick wird der Status quo und dessen historische Bedingtheit verdeutlicht und so der paradigmatische Wandel im heutigen Entwicklungsverständnis thematisiert. Hier spielt die Förderung des unternehmerischen Geistes als Instrument einer zukunftsorientierten Entwicklungspolitik eine herausragende Rolle. In den folgenden Konferenz-Tagen werden dann folgerichtig die wichtigsten thematischen Facetten vorgetragen und diskutiert.

Die politische Dimension, der institutionelle Aspekt oder konkrete Beispiele von Kooperation und Entwicklung werden ebenso behandelt wie die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Im Besonderen wird bei allen Teilthemen eine gemeinsame Verantwortlichkeit der jeweiligen Partner deutlich. Sie ist die Grundlage für Weiterentwicklungen, deren Realisierung zukünftigen Generationen aufgegeben ist.

Potentielle junge afrikanische Unternehmer und Politiker, durchaus verstanden als die zukünftigen Kooperationspartner in den einzelnen afrikanischen Staaten, sind dann auch wichtige Ansprechpartner der Konferenz in Wittenberg; ein Grund mehr, dass afrikanische Jungunternehmer als Teilnehmer zu Wort kommen und ihre Erfahrungen einbringen. Auch Kooperationsprojekte werden beispielhaft thematisiert und dargestellt. „In dieser Thematik liegt das entwicklungspolitische Gewicht der Tagung; jungen afrikanischen Studenten und Stipendiaten, die hier bei uns leben und sich weiter engagieren wollen, bieten wir Perspektiven an, die geprägt sind von unternehmerischem Geist und dem Willen, gemeinsam etwas aufzubauen und zu ‚unternehmen’,“ so Suchanek, Vorstand des WCGE.

Ausgewiesene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, aus Deutschland, Amerika und Afrika sowie Nachwuchskräfte aus zahlreichen afrikanischen Staaten werden bis Mittwoch, den 6. Dezember, in Wittenberg versammelt sein, um einer zukunftsorientierten Entwicklungspolitik innovative wirtschaftspolitische Impulse zu geben. Auf dem Podium werden unter anderem Prof. Firmino Mucavele, NEPAD, Dr. Theo-Ben Gurirab, ehemaliger Premierminister von Namibia, und Dr. Andreas Ultsch, BASF AG Deutschland, oder Ute Klamert, GTZ und Erzbischof Gregory Kpiebaya, Ghana.

Damit liegt die Zielsetzung des Afrika-Forums eindeutig auch im tagespolitischen Umfeld, gerade unter der Perspektive des G-8-Gipfel, bei dem die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Afrika-Hilfe anschieben und „den Menschen in Afrika eine echte Perspektive auf Wachstum, Entwicklung und Teilhabe“ bieten will. Die anstehende Europaratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland wird ebenfalls das Thema Afrika weiter vorantreiben und die Frage nach geeigneten und zukunftstauglichen, entwicklungspolitischen Instrumenten forcieren. Hier leistet das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik e.V. mit dem heute eröffneten Afrika-Forum einen wichtigen Beitrag.

 

Das Zentrum ist eine deutsch-amerikanische Gemeinschaftsinitiative, gegründet von Außenminister Hans-Dietrich Genscher und US-Botschafter a.D. Andrew Young. Zentrale Aufgabe des Vereins ist, ethische Prinzipien, die Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand in einer sich entwickelnden Weltgesellschaft ermöglichen, in ihrer gesellschaftlichen und politischen Relevanz aufzuzeigen, zu diskutieren und in die Öffentlichkeit zu tragen.