Patient Deutschland - Soziale Marktwirtschaft als Therapie?

Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft in der Tradition Ludwig Erhards, Walter Euckens, Friedrich August von Hayeks und Armin Müller-Armacks ist eng mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland nach dem 2. Weltkrieg verbunden. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit, wachsender Staatsverschuldung und stagnierenden Wirtschaftswachstums gerät die Soziale Marktwirtschaft jedoch zunehmend in die Kritik. Umfragen belegen, daß die öffentliche Zustimmung der Bevölkerung für die Soziale Marktwirtschaft schwindet.
Ziel des Seminars ist es, Potentiale und Herausforderungen der Sozialen Marktwirtschaft kritisch zu analysieren. Dabei gilt es, die historischen und theoretischen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft mit aktuellen Problemstellungen der deutschen Politik in Verbindung zu bringen. Einige Leitfragen des Seminars lauten: Was ist eigentlich sozial an der Sozialen Marktwirtschaft? Wird Soziale Marktwirtschaft angesichts knapper Kassen zum Luxus? Was kann man von der Idee einer Sozialen Marktwirtschaft heute noch lernen?
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Reformprozeß in Deutschland. In Diskussionen, Gruppenpräsentationen und Workshops erarbeiten interessierte Studierende eigene Lernergebnisse zu diesen Fragestellungen. Ausgewählte Fallstudien zu den Themengebieten Arbeitslosigkeit und Gesundheit sowie Beiträge externer Referenten aus Politik und Wissenschaft ergänzen die Vermittlung theoretischer Grundlagen.