Vom 3. bis 7. Juli fanden am Wittenberg-Zentrum zum dritten mal Wirtschafts- und Friedensgespräche zwischen Jordanien und Israel statt. In diesem Jahr standen sie unter dem Motto "Tourismus im Nahen Osten". Ziel war es, die länderübergreifenden Potentiale der Reisebranche auszuloten und mögliche Kooperationen zu fördern. Die Wirtschafts-Delegationen bestanden aus Präsidenten, Eigentümern und Direktoren von wichtigen Touristik-Unternehmen und Hotels sowie Vertretern von Verbänden und Ministerien aus beiden Ländern. Die Teilnehmer diskutierten über den Einfluss von Tourismus im Nahen Osten auf Frieden und Sicherheit in der Region und vice versa. Zugleich wurden konkrete gemeinsame Projekte besprochen, etwa Grenzöffnungs- und Visa-Angelegenheiten, gemeinsame Reise- und Veranstaltungsangebote sowie abgestimmte Marketingmaßnahmen. Das "Joint Economics Seminar" wird seit 2003 gemeinsam organisiert vom Amman Center for Peace and Development aus Jordanien unter dem Vorsitz von General a.D. Mansur Abu Rashid, dem Peres Center for Peace, das vom israelischen Vize-Premierminister und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres gegründet wurde, sowie dem Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Die DaimlerChrysler AG übernimmt nicht nur die Finanzierung der Veranstaltung, sondern ist auch bei der Organisation und Durchführung ein wichtiger Partner. So sind Godel Rosenberg aus Israel und Josef Schleicher aus Stuttgart Persönlichkeiten mit langjährigen Kenntnissen der Region, die den Erfolg dieser Wirtschafts und Friedensgespräche maßgeblich mit prägen. Zum Abschluss des Forums wurde eine Deklaration unterzeichnet, die den Regierungen übermittelt und in den politischen Prozess eingespielt wird. Die Botschaft lautet, dass gute Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und den arabischen Nachbarn den Weg zu Stabilität und Frieden im Nahen Osten ebnen. Grenzüberschreitender Tourismus ist dabei ein wesentlicher Faktor, um das Verständnis für die andere Nation, Kultur und Religion zu befördern. Wenige Monate nach dem Forum in Wittenberg trafen sich die Tourismus-Minister von Israel und Jordanien sowie Ägypten und den Palästinensischen Gebieten, um konkrete gemeinsame Schritte im grenzüberschreitenden Tourismus zu verabreden. |